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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (19)

17. November 2014

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Journalisten auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 19. Teil vom 15./16.11.2014:

VORSCHLAG-HAMMER
Völlig benebelt

Der November ist ein Depp. Ich meine das gar nicht wettertechnisch, dieses Stromern durch die Diesigkeit hat ja etwas Meditatives. Schönwetter kann jeder, aber für einen anständigen Nebel braucht es die richtige Temperatur, das richtige Licht, manchmal auch ein Bier zu viel. Fragen Sie die Schotten, die wissen Bescheid. Und falls Sie keine Schotten kennen, dann gehen Sie ins Kino. Da läuft von Donnerstag an die schwarzhumorige Tragikomödie What We Did On Our Holiday, die zum größten Teil in den Highlands spielt und uns sehr amüsant vor Augen führt, dass das Leben nicht nur aus Sonnenschein besteht (der deutsche Titel ist so fahl und unpassend, den möchte ich hier nicht wiedergeben).

 

Aber zurück zum Depp, mit dem war ich noch nicht fertig. Ein Depp ist der November deshalb, weil er so viel Kultur bietet. Nun könnte man sagen, dagegen sei doch nichts einzuwenden, ist es aber doch, weil so viel Schönes gleichzeitig über die Bühne geht. Deshalb erlaube ich mir, Ihnen hier und heute Vorschläge um die Ohren zu hauen, dass es nur so hämmert. Sechzehn, um genau zu sein: womöglich die meisten Tipps, die diese Kolumne je hatte. So!

Los geht der Wahnsinn an diesem Montagabend. Da kann man in der Olympiahalle darüber staunen, wie groß der kleine Ed Sheeran geworden ist. Physisch noch immer auf der Höhe eines Hobbits, begeistert der britische Senkrechtstarter inzwischen die Massen. Wer die Ausdruckskraft unverfälschter Songwriter zu schätzen weiß, der wird sich auch bei Erik Penny wohlfühlen. Der Wahl-Berliner aus New York stellt den Americana-Pop seines lange erwarteten neuen Albums im intimen Cord-Club vor (19.11.).

 

Am selben Abend tritt Beckmann im Backstage auf, also der Reinhold, der TV-Talker. Mit seiner Band. Und vielleicht ist das gar nicht schlecht, ihn mal nicht pomadig reden, sondern poppig singen hören zu müssen. Sehr empfehlenswert sind Der Nino aus Wien (21.11., Milla) sowie Mando Diao aus Schweden (21.11., Zenith), und auch am Samstag, 22. November, gibt es steile Überschneidung: Im Prinzregententheater singt der zarte Tim Fischer „Geliebte Lieder“, während im Zenith der harte Slash dem guten alten Rock nachjault.

Haig

Aber es gibt ja nicht nur gute Musik in der Stadt. Beim Literaturfest, das am Mittwoch beginnt, können Bücherfreunde dem großen Sten Nadolny (23.11.) und dem englischen Überraschungsautor Matt Haig (25.11., „Ich und die Menschen“) begegnen. Und natürlich vielen weiteren Schriftstellern lauschen. Um die kulturelle Überforderung noch etwas zu schüren, empfehle ich auch das Festival der Filmhochschulen (bis 22.11.) sowie das Ethno-Filmfest (19. bis 23.11.). Außerdem die Kinofilme Wie schreibt man Liebe? (mit Hugh Grant), Bocksprünge (Eckhard Preuß’ Regiedebüt) und Die Mannschaft, eine berauschende DFB-Hymne auf den WM-Triumph in Rio. Ein Sommermärchen im November – Nebelhasser dürfen sich freuen.

 

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