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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (20)

20. Dezember 2014

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Journalisten auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 20. Teil vom 19.12.2014:

VORSCHLAG-HAMMER
Über kurz oder lang

So wie ich mich gerade fühle, kann dieser Vorschlag-Hammer nur ein Plüsch-Hämmerchen werden. Drei Wochen Urlaub liegen hinter mir, die vielleicht tiefenentspannteste Adventszeit meines Lebens, und wenn ich nun nach Tipps für Ihre Freizeitgestaltung gefragt werde, womöglich nach harten Fakten und nüchternen Terminen, so bin ich in Versuchung zu säuseln: Schlafen Sie sich aus, lesen Sie ein gutes Buch (Wolfgang Herrndorf: Bilder deiner großen Liebe), fahren Sie in ein Wellnesshotel. Dort schlafen Sie sich aus, lesen ein gutes Buch (Nick Hornby: „Miss Blackpool“) und so weiter und so fort. Watteweichgespülte Zeilen, ich habe Sie gewarnt!

Eine der beliebtesten Antworten auf die Frage, wie denn so der Urlaub war, lautet ja: „zu kurz“. Ich habe das in den vergangenen Tagen auch von mir gegeben, was zu Diskussionen darüber führte, wie lang ein Urlaub eigentlich sein muss, um nicht als „zu kurz“ empfunden zu werden? Die Dimension dieses Dilemmas zeigt sich am Sonntag, da verfliegt der kürzeste Tag des Jahres, was natürlich Quatsch ist. Einerseits. Zwar gibt es weniger Sonnenstunden, aber 24 Stunden hat er Gerüchten zufolge schon, dieser besondere Tag. Andererseits verhält es sich mit der Wintersonnenwende wie mit dem Urlaub: Der kommt einem auch kürzer vor, weil sich die Schatten der Arbeit wie Wolken über die Sonne legen.

Bleibt noch die Frage zu klären, ob einem die Kurzfilme, die am Sonntag in mehreren Kinos der Stadt gezeigt werden, auch länger vorkommen (u.a. an der HFF, 14 Uhr, im Arena, 21 Uhr)? Denn der kürzeste Tag des Jahres wird bundesweit auch als Kurzfilmtag zelebriert. Verrückt, oder?

 

Lange warten mussten die Fans der Oberammergauer Blasmusik-Restaurierer Kofelgschroa auf deren München-Gastspiel zum neuen Album „Zaun“. Maxi Pongratz hatte sich den Daumen gebrochen, und weil ein Akkordeonist ohne flexiblen Daumen ein lausiger Akkordeonist ist, mussten einige Konzerte abgesagt werden. Hoffentlich vollständig genesen, präsentiert die Gruppe in der Muffathalle ihre kurzen Alltagsphilosophien im Soundgewand knarzigen Alpenfolks (21.12., 21 Uhr).

Eine Größe des kleinen Formats ist auch der Berliner Cartoonist Marcus Weimer alias Rattelschneck . Am Montag, 22. Dezember, gastiert er in der Praxis-Buchhandlung, um seine Bücher zu signieren – wahlweise auch leere Klopapierrollen, wie es in der Ankündigung heißt. Eine prima Geschenkidee, ohne Witz! (18 Uhr, Schützenstraße 5).

rattelschneck

Und über kurz oder lang werden Sie sowieso auf einem Christkindlmarkt landen. Die kann man in diesen Tagen ebenso wenig meiden wie Hektikverbreiter. Ich persönlich kann die Flammlachssemmel am Rindermarkt, die Rahmfleckerl am Weißenburger Platz und die Knödelspezialitäten am Wittelsbacherplatz empfehlen. Denn gutes Essen spielt natürlich immer eine Hauptrolle. Im Urlaub. Und überhaupt.

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