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Beiträge aus der Kategorie ‘Journalismus’

Hymne auf Tom Robbins

10. Mai 2017

Bernhard Blöchl

Tom Robbins, einer meiner absoluten Lieblingsautoren, wenn nicht gar der Erstplatzierte (sorry, Wolf Haas, aber Platz 2 ist besser als die goldene Ananas respektive die bronzene Schreibmaschine), dieser Tom Robbins also hat nun seine Memoiren veröffentlicht. Also veröffentlicht hat er sie schon vor ein paar Jahren, aber auf Deutsch sind eben erst erschienen, und ich durfte diesen tollkühnen Anekdotenstrudel für das Feuilleton der SZ rezensieren.

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Zu Besuch beim Zwischenweltenbummler

5. Januar 2017

Bernhard Blöchl

Warum ich meinen Job liebe, Teil 234: Neulich besuchte ich Heinrich Steinfest in Stuttgart, um mit ihm über den Bayerischen Buchpreis, seinen Roman „Das Leben und Sterben der Flugzeuge“ (mein persönliches Buch des Jahres, aber das nur nebenbei), sein Werk und das Schreiben zu sprechen. Steinfest, ein Wiener durch und durch, ist der surrealste Zwischenweltenbummler, seit es Schriftsteller mit Flugangst gibt, die Worte für das Unsichtbare finden und Romane mit „Oha!“ eröffnen. Das Gespräch dauerte zwei Stunden, es hätten durchaus noch zwei mehr sein dürfen. Das Foto mit der Meise ist übrigens in seinem Arbeitszimmer entstanden. Erste Assoziation von uns beiden, klar: „Steinfest hat nen Vogel.“

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (45)

24. Juni 2016

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 45. Teil vom 24.6.2016:

VORSCHLAG-HAMMER
Midlife ohne Mitleid

Neulich begab ich mich auf eine Reise, um mich vom Älterwerden abzulenken. Ich tat das im vollen Bewusstsein, dass die Null eine neue Ziffer davor mit sich bringt. Aber man kann sich das zumindest schönurlauben. So dachte ich vor dem Trip. Nun ist Amsterdam eine tollkühne Stadt, keine Frage, aber mit 40 fühlt man sich dort wie vieles, nur nicht das: jung. Weil die meisten jünger sind. Um den Dam wuseln die Studenten, in den Bars und Clubs sowieso. Aus den Coffeeshops dringt der süßlich-gallige Duft, der die ganze Stadt einlullt, und für die Stakkato-Beats frischer Dubstep-Tracks scheinen die Niederländer ebenfalls eine Schwäche zu haben. Schließlich entdeckte ich einen Ort, wo Alter keine Rolle spielt.

EyeDas Filmmuseum am Nordufer des Meeresarms Ij ist sowohl architektonisch als auch cineastisch beeindruckend. Der futuristische Neubau, „Eye“ genannt, birgt diverse Ausstellungen und mehrere Kinosäle, in denen alte Filmkunst und junge Avantgarde groß herauskommen. Eine Welt für sich, für Freunde des Kinos.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (44)

21. April 2016

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 44. Teil vom 21.4.2016:

VORSCHLAG-HAMMER
Bierbuchliebe

Wenn man am Tag des bayerischen Bieres eine Verabredung mit Josef Hader hat, dann hat man ein Problem. Zwar weiß man das Privileg des Kulturjournalisten zu schätzen, sich mit dem blitzgescheiten Österreicher über dessen Kinorolle als Stefan Zweig unterhalten zu dürfen (Maria Schraders kluger Film Vor der Morgenröte startet am 2. Juni). Als Normalmünchner weiß man aber auch, dass am 23. April das Freibier sprudelt – gezapft von der Bierkönigin am Bierbrunnen vor dem Brauerhaus (Oskar-von-Miller-Ring 1). Nun kann man sich fraglos vorstellen, dass auch der Josef Hader gegen ein frisches Helles nichts einzuwenden hat; beide Termine beginnen etwa um elf Uhr und ließen sich gut verbinden. Weil einem aber ein Interview über Zweigs Exiljahre im angeduselten Zustand nicht vernünftig erscheint, lässt man 500 Jahre Reinheitsgebot 500 Jahre Reinheitsgebot sein und trifft sich in einem gesundheitsbewussten Lokal in Schwabing. Kräuterlimonade statt Bierschaumkrone, aber man will nicht hadern.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (43)

6. April 2016

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 43. Teil vom 6.4.2016:

VORSCHLAG-HAMMER
Kontrastprogramm

Ohne Kontraste wäre das Leben blass, Polarität ist ein Universalmotor. Mir jedenfalls geht es so: Wenn ich, wie zuletzt beim Muse-Konzert in der Olympiahalle, Teil einer Gigashow war, dann zieht es mich in kleine Clubs. Die britischen Rockveredler waren großartig, keine Frage, aber mein Bedarf an Massenkuscheln ist fürs Erste gedeckt. Was mich in Spielstätten wie das Feierwerk treibt, wo bekanntlich nicht ganz so viele Menschen nebeneinander im Takt schwitzen.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (42)

17. März 2016

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 42. Teil vom 17.3.2016:

VORSCHLAG-HAMMER
Musenküsse

Kulturfreaks sind Trüffelschweine. Wenn die Perlen erst an der Oberfläche schimmern, interessiert das keine Sau mehr. So denken die. Nun könnte ich erzählen, dass ich Muse bereits kannte, als Coldplay und die Libertines noch unveröffentlicht, das iPhone und Spotify noch nicht verfügbar waren. Ich könnte erzählen, dass ich in die Kellerbar ihrer Jugend in Teignmouth gepilgert bin und beim Muse-Interview in Berlin Matt Bellamys Wasserflasche leer getrunken habe. Dass ich beim Konzert im Wembley-Stadion ein Ufo zur Musik der Band über meinem Kopf habe kreisen sehen und bei Rock im Park beinahe an ihrer Lustlosigkeit verzweifelt wäre. All das könnte ich erzählen.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (41)

3. März 2016

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 41. Teil vom 2.3.2016:

VORSCHLAG-HAMMER
Enthüllungen im Kino

Heute soll es um die Wahrheit gehen, reden wir also vom Journalismus. Reden wir über Zoomania. Nun hat der neue Disney-Film über eine Megacity der Tiere andere Schwerpunkte als den Biss und die Objektivität von Redakteuren, zum Beispiel den Kampf gegen Vorurteile und Intoleranz. Angehende Reporter können aber auch in dem superlustigen Animationsfilm etwas lernen, der am Donnerstag startet: Wie Interview-Partner sich zuweilen in Gegenfragen flüchten, das wird hier hübsch dargestellt. Warum ich das schreibe, wenn ich doch ohnehin auf „Spotlight“ hinaus möchte, den besten Journalistenfilm seit langem? Weil ich „Zoomania“ auch unterbringen wollte, und weil ein Einstieg mit Tieren sowieso flockiger daherkommt als ein dröges Redaktionsszenario.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (40)

20. Februar 2016

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 40. Teil vom 19.2.2016:

VORSCHLAG-HAMMER
Glamour für Daheimbleiber

Eines gleich vorweg: Nein, ich sitze nicht in einem dieser überfüllten Cafés am Potsdamer Platz, um die Pause zwischen zwei Festivalfilmen zu nutzen und diese Kolumne nach München zu mailen, wo sich frustrierte, weil zurückgelassene Kollegen um die Zeitungsseiten kümmern. Ich bin selbst einer dieser zurückgelassenen Kollegen. Aber wissen Sie was? Das ist nicht weiter schlimm. Gleich mehrere Berlinale-Beiträge haben es im Rekordtempo in die Kinos für alle geschafft. Wer Filme aus den Fünfzigern liebt und einen Sinn für überdrehte Satire hat, darf Hail, Caesar! nicht verpassen, die schrille Hollywood-Farce der Coen-Brüder.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (39)

14. Januar 2016

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 39. Teil vom 14.1.2016:

VORSCHLAG-HAMMER
Rückblick nach vorn

Heute, das habe ich mir fest vorgenommen, springe ich zum letzten Mal von Gestern nach Morgen. Danach ist endgültig Schluss, man wird ja noch ganz damisch. Kennen Sie das? Die Wochen um den Jahreswechsel sind die verwirrendsten überhaupt. Einerseits ist man damit beschäftigt, zurückzuschauen; anderseits drängt es einen nach vorne, weil der Mensch nun mal gerne plant, sich auf Dinge freut, die Zukunft ausmalt. Aber dann rutscht einem die Mail mit den Kino-Jahres-Charts in den Posteingang, und schon ertappt man sich dabei, 2015 zu rekapitulieren – es ist zum Kapitulieren! Von „Fack ju Göhte 2“, dem Über-Hit, über die Blockbuster „Minions“ (Platz 2), „Spectre“ (Platz 3) und „Star Wars VII“ (Platz 5) bis hin zum animierten Gefühlsrausch namens „Alles steht Kopf“ (Platz 10) laufen die meisten Filme der deutschen Top Ten noch immer in den Kinos der Stadt. Wer also den einen oder anderen verpasst hat und mitreden möchte – zum Nachholen ist es noch nicht zu spät.

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SZ-Kolumne: Vorschlag-Hammer (38)

21. Dezember 2015

Bernhard Blöchl

Hingehen, fernbleiben, Lieblingsfluchten. Unter dem – nun ja – Schlagwort „Vorschlag-Hammer“ schreiben SZ-Autoren auf, welche Münchner Kulturveranstaltungen sie empfehlen (und vor welchen sie warnen). Hier mein 38. Teil vom 21.12.2015:

VORSCHLAG-HAMMER
Das Erwachen der Nacht

Ein beliebtes Vergnügen unter Kinobetreibern ist es, am kürzesten Tag des Jahres Kurzfilme zu zeigen. Motto: Lang ist die Nacht, kurz sind die Filme. Seit ein paar Jahren wird der Kurzfilmtag in ganz Deutschland zelebriert, an diesem Montag gleich in mehreren Münchner Kinos. Das Monopol etwa präsentiert von 21 Uhr an eine kleine Auswahl aus dem Programm des Landshuter Kurzfilmfestivals. Acht Miniaturen sind hier zu sehen, darunter Marc Stecks pulsierende Nachtstudie „Blaue Stunde“. Ebenfalls eine Best-of-Show bietet das Werkstattkino: Zunächst flimmern Höhepunkte des Münchner Festivals „Bunter Hund“ über die Leinwand (19 Uhr); von 22.30 Uhr an gibt es elf Highlights der internationalen Kurzfilmreihe „Shorts Attack!“. Egal ob Flüchtlingsgroteske oder Fisch-Ekstase, ob animierte Hahn-Parabel oder Drogenmusiker-Epos – der Abend ist eine gute Gelegenheit, die Kunst des kurzen Erzählens besser kennenzulernen. Man muss sich lediglich für ein Kino entscheiden, denn selbst die längste Nacht hat nur wenige Stunden. Das Atelier präsentiert an diesem Abend „Queer Shots“, also Kurzfilme mit schwuler, lesbischer oder Transgender-Thematik (Beginn 21.15 Uhr). Und das Breitwand-Kino Seefeld bringt preisgekrönte Werke von Festivals in aller Welt (21 Uhr). Weiterlesen